Existenzängste. Und so.

“Ich schau nicht hin, also gibt es dich nicht.”

So als ob die Auslöschung der Erinnerung, das Negieren und Leugnen von dem was war, die Existenz dessen an sich anzweifeln würde. Irgendwie auch ein interessanter Ansatz sich mit Vergangenem auseinanderzusetzen. Und ein wenig beängstigend obendrein noch dazu.

Aber: “Die Dinge sind, wie sie sind, und wenn wir sie erkennen, sind sie genauso, wie wenn es andere tun oder keiner.”

Ergo ist es vollkommen egal, wer was verdrängt und vergisst, wer was leugnet und negiert, denn die Vergangenheit ist konstant. Und absolut. Und ich meine, zum Glück, denn wer weiß ob es mich sonst überhaupt noch gäbe.

9 comments

  1. Hm, über sowas hab ich letztens auch nachgedacht.

    Was aber, wenn die andere Person, die wegschaut, oder wegzuschaun scheint, einen wirklich nicht mehr (er)kennt? Was, wenn man in der Vergangenheit der anderen Person wirklich nicht existiert? Das ist doch ein schrecklicher Gedanke. Denn da waren ja Momente, in denen man etwas miteinander erlebte. Gegenwart. Und das geht dann irgendwo irgendwann verloren? D.h. es gibt mehrere Vergangenheiten und diese sind keineswegs konstant…

  2. Hmm, dadurch, dass die andere Person einen nicht erkennt, entsteht ja keine zweite Vergangenheit. Ich glaube jeder hat eine persönliche Wahrnehmung der Vergangenheit. Aber im Endeffekt bleibt die tatsächliche Vergangenheit ja trotzdem konstant.

    Ein Beispiel. Heute Abend, am Heimweg fahre ich mit der U4 nicht wie üblich bis Schottenring durch, sondern steige Schwedenplatz aus um mir beim Mashu ein Abendessen zu holen. Leicht genervt durch die Massen in der Ubahn remple ich beim Aussteigen Fr. Rucola (die mittlerweile knallrote Haare hat) an und erkenne Sie dabei jedoch nicht. Sie jedoch blickt auch nicht hoch, weil ihr Buch in das sie gerade vertieft war, durch den Zusammenprall in die Spalte zwischen Bahnsteig und Ubahn fällt. Ich, als Neo-Arschloch, gehe jedoch einfach weiter und freue mich auf mein Falafel. Die Erinnerung von Fr. Rucola (so ein blöder Penner hat mich beim Einsteigen in die Ubahn angerempelt und meeeeeein Buch ist weg. Arschloch! AAARSCHLOCH!!! ;) ) und meine (Mah, das war nervig heute in der Ubahn, bin ich froh da endlich raus zu sein) sind natürlich unterschiedlich, aber die Vergangenheit bleibt ja trotzdem konstant. Selbst in “meiner” Vergangenheit ist dein Buch für dich dahin, unabhängig davon ob ich das weiß oder nicht. :) So stelle ich es mir in meinem Mini-Universum zumindest vor. :P ;)

  3. haha. das ist ein super Beispiel!
    Ein Beispiel von mir: Rucola steht an der Ampel, zappelt rum, weil ihr kalt ist, weil sie wieder einmal zu blöd war, in der Früh den Wetterbericht anzuschaun, bevor sie das Haus verlassen hat, dann schaut sie auf die andere Straßenseite und da steht jemand, den sie kennt. Die andere Person schaut Rucola an, schaut ihr ins Gesicht, Rucola grinst und freut sich und in dem Moment, in dem Rucola den Mund aufmachen will, um die andere Person zu grüßen, schaut die andere Person wieder weg. Weil sie Rucola nicht mehr kennt. D.h. Rucola ist in der Vergangenheit der Person nicht mehr vorhanden, in Rucolas Vergangenheit ist der Mensch aber da. Für mich: 2 verschiedene Vergangenheiten. Und welche der beiden ist die richtige? Natürlich, was war, das war, aber da die andere Person sich nicht daran erinnert, es in seiner persönlichen Vergangenheit auch wirklich nicht vorhanden, passiert etc. So stelle ich mir die Welt vor :D
    (PS. wie stehen mir die roten Haare?
    PPS. was für ein Buch war es denn?
    PPPS. hat das Abendessen geschmeckt?
    PPPSP. seit wann bist du so ein Arschloch? ;) )

  4. Hihi. Ich weiß was du meinst. Aber hättest du den Typen auf der anderen Straßenseite damals trotzdem angesprochen und er sich dann daraufhin an dich erinnert hätte, hättest du ja laut deiner These seine Vergangenheit geändert. Ist finde ich irgendwie ein skurriler Gedanke, meinst nicht? :) Was du aber getan hast, ist ja denke ich nur seine Wahrnehmung der Vergangenheit zu ändern und nicht die tatsächliche Vergangenheit. Weißt du was ich meine. Ach zu solch Diskussionen gehört irgendwie ein Bierchen dazu … dann flutschen die Gedanken vieeeeeel besser. ;)

    Ad PS.: Hehe, rot passt dir gut. Aber schau, dass sie nicht zu grell sind, gell. Sonst erkenne ich dich womöglich dann gar nicht mehr und das wollen wir doch nicht, oder? ;)
    Ad PPS: Woher soll ich denn das wissen. Hab ja nicht mitbekommen, dass dir dein Buch runtergefallen ist. :P ;)
    Ad PPPS: Hab ich noch vor mir. Geh jetzt gleich von der Arbeit weg und hol mir mein köstliches Tortillia-Falafel.
    Ad PPPSP: Ach, das Arschloch-Sein lauert schon längere Zeit in mir. Aber seit kurzem stehe ich einfach auch dazu. Und lebe mich auch aus. ;)

  5. have fun, mr. asshole :)
    bier & vergangenheits-diskussion nächsten do?

  6. Hehe, thx. ;)

    Diese Woche schaut’s bei mir leider etwas schlecht aus. Aber nächste Woche würde es jeden Tag bis auf Mittwoch gehen. :)

  7. jaja, meinte ich eh :) nächsten do = do., der 11. geht das? geht das?

  8. hehe, ja geht. und wie. :)

  9. PERFEEEKT! :) Juhuuuu

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